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Mitten in den Sommerferien hat die Bezirksregierung Münster die Einlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen bis 2057 genehmigt, obwohl das Zwischenlager vertraglich auf das Jahr 2036 befristet ist. Davon sind zunächst einmal seit 10 Jahren bestehende Einlagerungen betroffen, deren Behältersicherheit nach den seinerzeitigen Ausführungen der Entsorgungskommission 20 Jahre – also nur bis 2030 – beträgt. Darüber hinaus geht es um weitere neue bevorstehende Einlagerungen, die sowohl über die Befristung des Lagers 2036 als auch über die 20-jährige Behältersicherheit hinausgehen. Das soll alles nach dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik sein? Alles deutet auf massive Bestrebungen hin, das Lager auch für den hochradioaktiven Teil über das vereinbarte Datum 2036 zu verlängern und es somit zu einem Dauerlager werden zu lassen. Dagegen haben sich weit über 10.000 Bürgerinnen und Bürger in der Ahauser Erklärung gewandt und auch Rat und Verwaltung der Stadt Ahaus kämpfen dagegen.

Aus diesem Grund ruft die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ zu einer außerplanmäßigen Mahnwache am Sonntag, dem 26. Juli um 14:00 Uhr vor dem Brennelemente-Zwischenlager Ahaus auf.

 

Nachtrag 21. Juli 2020

BBU-Pressemitteilung, 21.07.2020

BBU unterstützt Atommüll-Protest in Ahaus / Sonntag (26. Juli 2020) Mahnwache

(Bonn, Ahaus, 21.07.2020) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert die sofortige Stilllegung der noch laufenden Atomkraftwerke und der Uranfabriken in Gronau und Lingen, bei deren Betrieb auch Atommüll anfällt. „Es darf kein weiterer Atommüll produziert werden“, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Mit seiner Forderung unterstützt der BBU u. a. auch die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, die sich im Münsterland gegen die Atommüll-Lagerung zur Wehr setzt.

Ebenso wie die Bürgerinitiative in Ahaus kritisiert auch der BBU die jüngste Entscheidung der Bezirksregierung Münster zur Lagerung von „schwach- und mittelradioaktivem Müll“ in Ahaus. Danach soll die ursprünglich für 10 Jahre erteilte und in dieser Woche auslaufende Genehmigung bis zum Jahr 2057 verlängert werden. In einer Pressemitteilung der Ahauser Bürgerinitiative vom 17. Juli heißt es dazu: „Nach den Leitlinien der Entsorgungskommission ist die Sicherheit der Zwischenlagerung solcher Abfälle nur für einen Zeitraum von 20 Jahren gewährleistet. Größere Zeiträume sind nicht überschaubar. Demnach hätte das 2010 in Betrieb genommene Lager maximal bis 2030 genehmigt werden dürfen.“

Weiter heißt es in der Mitteilung der Bürgerinitiative: „Bei der Genehmigung bis 2057 geht die Bezirksregierung Münster überdies davon aus, dass die Verbringung des in Ahaus lagernden Mülls in das geplante Endlager Schacht Konrad im Jahr 2027 beginnen könnte und bis 2057 abgeschlossen ist. Dies ist aber reines Wunschdenken, da die Inbetriebnahme von Schacht Konrad, die schon mehrmals verschoben worden ist, mehr denn je fraglich ist. Außerdem weist die Bürgerinitiative darauf hin, dass das Lager in Ahaus insgesamt nur eine Betriebsgenehmigung bis zum Jahr 2036 hat.“ Die Bürgerinitiative befürchtet, „dass die jetzige Genehmigung für schwach- und mittelradioaktiven Müll bis 2057 gleichzeitig ein Türöffner für die weitere Umwandlung des Ahauser Zwischenlagers in ein Dauerlager für Atommüll wird“.

Die Ahauser Bürgerinitiative, die im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) organisiert ist, ruft für Sonntag (26. Juli, 14 Uhr) zur Teilnahme an einer Protestmahnwache vor dem Atommüll-Lager in Ahaus-Ammeln auf (Schöppinger Straße). Der BBU begrüßt die Durchführung der Aktion und ruft ebenfalls zur Teilnahme auf.

Bereits 14 Tage später wird am 9. August 20 Kilometer nördlich von Ahaus gegen die bundesweit einzige Urananreicherungsanllage in Gronau demonstriert. Auch hierzu rufen u. a. die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus und der BBU zur Teilnahme auf. Mehr dazu unter https://ostermarsch-gronau.de.

Weitere Informationen zum Thema Atommüll:

https://www.bi-ahaus.de, https://www.ag-schacht-konrad.de, https://www.bi-luechow-dannenberg.de

Engagement unterstützen

Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33.

Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter http://www.bbu-online.de und telefonisch unter 0228-214032. Die Facebook-Adresse lautet www.facebook.com/BBU72. Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.

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