Quicklink: Lesenswertes
Quicklink: Aktuell geplante Demonstrationen
Castor mit gefährlichen Sicherungslücken
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Pressemitteilung, Jülich/Ahaus, 6. Mai 2026
- Atomkraftgegner:innen gelangen auf unbewachte Autobahnbrücken
- kein Begleithubschrauber mehr
- führt Personalmangel zu Abstrichen bei Sicherung?
Beim dritten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist es in der vergangenen Nacht zu schwerwiegenden Sicherungslücken gekommen: Atomkraftgegner:innen gelangten unbemerkt auf zwei unbewachte Autobahnbrücken – einmal sogar direkt zur Durchfahrt des Castor-LKWs. Das lag offensichtlich daran, dass die Polizei erheblich weniger Personal eingesetzt hat und sogar auf den normalerweise üblichen Aufklärungs-Hubschrauber vor dem Castor verzichtet hat. Ob die mobile Drohnen- Abwehr noch im Einsatz war, ist ebenfalls fraglich.
„Wir sind entsetzt, dass unsere Befürchtungen schon beim dritten Castor-Transport eintreten. Weil die NRW-Landesregierung anscheinend die hohen Kosten für die polizeiliche Castor-Begleitung möglichst stark eindämmen will, fährt sie die Sicherung der Atommüll-Transporte unverantwortlich herunter. Unbewachte Autobahnbrücken, fehlender Hubschrauber – das sind gravierende Fahrlässigkeiten, die zeigen, dass weder die Polizeiführung noch das NRW-Innenministerium die erheblichen Gefahren durch die hochradioaktiven Atommüll-Transporte wirklich ernst nehmen,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen in einer ersten Bewertung.
„Anmelder:innen von Demonstrationen müssen sich regelmäßig mit der Polizei vor Gericht aus „Sicherheitsgründen“ um den freien Zugang zu Autobahnbrücken streiten. Doch die Polizei selbst lässt diese im Dunkeln völlig unbewacht offenstehen. Das ist absurd,“ ergänzte Hanna Poddig von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
Bei den ersten beiden Castor-Transporten waren noch 2000 bzw. 2400 Beamte im Einsatz. Beide Male kam es zudem vor der Abfahrt in Jülich bzw. nach der Ankunft in Ahaus zu Pannen: Der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht an des externe Überwachungssystem angeschlossen werden und beim zweiten Castor verzögerte ein Problem mit der externen Stromversorgung die Abfahrt des Transport-LKW.
19. Mai: vierter Castor − neue Proteste in Jülich und Ahaus
Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen derzeit davon aus, dass in zwei Wochen, am Dienstag, 19. Mai, der vierte Castor von Jülich nach Ahaus rollen wird. Sie kündigen dazu neue Proteste in Jülich und Ahaus sowie entlang der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke an.
„Der bisherige Ablauf der Castor-Transporte bekräftigt uns darin, weiterhin auf die Straße zu gehen. Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüll-Entsorgung. Bundes- und NRW-Landesregierung sind ganz offensichtlich dem Thema Atommüll nicht gewachsen. Wir hätten nie gedacht, dass es tatsächlich zu diesem jahrelangen Castor-Marathon auf der Autobahn kommen könnte – von einem Zwischenlager in ein anderes Zwischenlager, ohne Klärung der Endlagerfrage. Das ist völlig sinnlos und der schiere Wahnsinn. Hier offenbart sich ein massives politisches Versagen in Berlin und Düsseldorf. Die Castor-Transporte müssen dringend gestoppt werden,“ erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.
Heute Abend dritter Castor Jülich-Ahaus
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Pressemitteilung, Jülich/Ahaus, 5. Mai 2026
WDR: Wieder nur Einzeltransport
Atommülltransporte komplizierter als erwartet?
Heute Abend Proteste in Jülich und Ahaus
Realsatire im Polizeipräsidium Münster: Angst vor Tennisbällen
Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich soll heute Abend der dritte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Nach Angaben des WDR soll dabei wieder nur ein einziger Castor-Behälter transportiert werden. Diese Einzeltransporte erhöhen den Aufwand für Personal, Zeit und Kosten enorm. Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen deshalb davon aus, dass sich die reale Umsetzung der Atommülltransporte als schwieriger erweist, als vorab angenommen. Und die Castor-Transporte werden deutlich teurer als vorab behauptet.
Bei den ersten beiden Castor-Transporten waren 2000 bzw. 2400 Beamte im Einsatz. Dabei konnte Innenminister Reul anscheinend sein Versprechen nicht einhalten, nur Beamte aus NRW einzusetzen. Beide Male kam es zudem zu Pannen: Der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht an des externe Überwachungssystem angeschlossen werden und beim zweiten Castor war kurz vor dem Start die externe Stromversorgung für den Transport-LKW nicht gesichert.
„Während die Bundes- und die NRW-Landesregierung mit dem Kopf durch die Wand wollen, erweisen sich die Castor-Transporte offensichtlich als komplizierter als vorher gedacht. Anscheinend befinden sich alle Beteiligten noch immer in einer Art Probephase – nur, dass jetzt mit realem, hochradioaktiven Atommüll auf den Autobahnen „geprobt“ wird. Wir halten das für unverantwortlich – und weisen erneut eindringlich darauf hin: Atommülltransporte mit großen Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüllentsorgung,“ erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
Heute Proteste in Jülich und Ahaus
Heute Abend wird es in Jülich wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. In Ahaus startet um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße die zentrale Kundgebung. Im Anschluss findet an dieser zentralen Castor-Kreuzung Richtung Zwischenlager auch die Dauer-Mahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois statt. Aus diesem Grund findet am Zwischenlager dieses Mal keine Mahnwache statt.
Polizeipräsidium Münster mit Realsatire um Tennisbälle
Unterdessen hat das Polizeipräsidium Münster als federführende Versammlungsbehörde in einem Punkt die Realität aus den Augen verloren: Beim zweiten Castor hatte eine einzige Atomkraftgegnerin in Jülich einen Tennisball dabei, um den Anwesenden und der Presse anschaulich die ungefähre Größe der Brennelementekugeln zu verdeutlichen. Das sah die Polizei vor Ort sehr kritisch und nun wurde von der Polizeiführung in Münster allen Versammlungsanmelder:innen in Jülich und Ahaus explizit und proaktiv die Nutzung von Tennisbällen auf den Versammlungen untersagt! Auf Rückfrage kam als Begründung, Tennisbälle könnten als „Wurfgeschosse“ benutzt werden, insbesondere auf Autobahnbrücken – weder das Forschungszentrum Jülich noch die Innenstadt von Ahaus liegen jedoch an einer Autobahn ... Ebenfalls auf Rückfrage riet das Polizeipräsidium in vollem Ernst dazu, man könne „Brennelementekugeln“ ja auch auf Papier aufmalen oder aus Styropor basteln ...
Anscheinend verwechselt das Polizeipräsidium Münster die Anti-Atomkraft-Initiativen mit Tennisvereinen oder Bastelgruppen. Die Initiativen fordern die Polizeiführung deshalb eindringlich dazu auf, die Versammlungsanmeldungen mit mehr Ernsthaftigkeit zu behandeln und den Anmeldeprozess nicht ins Lächerliche zu ziehen. Die realen Gefahren der Castor-Transporte gehen noch immer von Drohnen, Sabotage, Terror, Unfällen, Fahrfehlern, falschen Sicherheits-Einschätzungen und natürlich der radioaktiven Strahlung aus. Darauf sollte sich die Polizei konzentrieren.
Tag X3: Findet der nächste Transport am Dienstag (05. Mai 2026) statt? Aufruf zu neuen Protesten
Die BI "Kein Atommüll in Ahaus" ev. V. rechnet für Dienstag, den 05. 05. 2026, abends mit dem nächsten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus. Auch der WDR meldet dies - und die Gewerkschaft der Polizei kritisiert erneut den massiven Personalaufwand.
Wir rufen deshalb kurzfristig zu neuen Protesten in Jülich und Ahaus auf:
- Jülich
18.00 Uhr - Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum - Ahaus
18.30 Uhr - Fahrrad-Demo ab Bahnhof durch die Innenstadt zur und auf der Castor-Strecke
19.00 Uhr - Mahnwache und zentrale Kundgebung an der Kreuzung Schorlemer-Straße / Schumacher-Ring (Teppich Janning / Bleker)
ab 20 Uhr - Dauer-Mahnwache dort bis CASTOR-Ankunft
Es wird dieses Mal keine (!) Mahnwache am Zwischenlager in Ahaus geben, sondern an der zentralen Castor-Kreuzung in Ahaus auf der Schorlemer-Str. Das ist abends und nachts auch für spontan Anreisende viel leichter zu erreichen und wir sind auch dort direkt am Ort des Geschehens. Es gibt ab 19 Uhr verzehrfertige Essensspenden bei Janning.
Bitte "schmückt" als Teilnehmende an der Fahrrad-Demo eure Räder mit Fahnen und denkt an Trillerpfeifen. Wir starten ziemlich pünktlich.
Für alle Fälle gibt es für evtl. Stress mit der Polizei wieder den Ermittlungsausschuss: Tel. 0151-51402319.
Lesenswertes
Stellungnahmen & Infos

- "Brandbrief 2.0" an den Ministerpräsidenten des Landes NRW H. Wüst und Ministerin M. Neubaur vom 28. August 2025
- Stellungnahme der BI “Kein Atommüll in Ahaus” zur geplanten Langzeit-Lagerung von hochradioaktiven Brennelementen in Ahaus
- Was geschieht mit den Kugel-Brennelementen aus dem stillgelegten AVR Jülich? Der aktuelle Sachstand (21.03.2025)
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Infos zum Tag X2: Castor-Transport Jülich−Ahaus am 21.4.

Unabhängige Information zur Kritik der Atomenergienutzung: umweltFAIRaendern.de
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https://www.ausgestrahlt.de/aktiv-werden/aktionen/atommuell-transporte-stoppen/
Atommüll-Transporte stoppen: Petition von ausgestrahlt.de gegen Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus
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