Quicklink: Lesenswertes
Quicklink: Aktuell geplante Demonstrationen
Erfolgreiche Demo Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
BUND NRW
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Pressemitteilung, Bottrop, 24. Januar 2026
„Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus − hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“
OVG Berlin-Brandenburg: „Kein Castor vor Beschluss zu BUND-Klage“
Heute demonstrierten rund 130 Atomkraftgegner:innen am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd gegen die angekündigten 152 Atommülltransporte vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Die Demo stand unter dem Motto „Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus – hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“. Mit der Demo erneuern die Anti-Atom- Organisationen aus dem Münsterland und dem Rheinland zusammen mit dem BUND NRW und dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ihre Forderung an die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung, auf die gefährlichen Atommülltransporte über die maroden Autobahnen und Brücken zu verzichten. Stattdessen fordern sie eine Weiterlagerung des hochradioaktiven Atommülls in Jülich bis zum Bau eines Endlagers.
Die Auftaktkundgebung fand in Bottrop-Fuhlenbrock unmittelbar neben dem Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der Kreuzung Oberhausener Straße / Hanielstr. / Im Fuhlenbrock statt. Danach ging es durch das angrenzende Wohnviertel und schließlich über zwei Autobahnbrücken. Am Donnerstag hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einem Eilverfahren entschieden, dass die beiden Autobahnbrücken ungehindert genutzt werden können (Aktenzeichen 14 L 102/26) und den ablehnenden Bescheid der Kreispolizei Recklinghausen als rechtswidrig eingestuft.
Auf der Demo sprachen unter anderem Vertreter:innen des BUND NRW, des Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich sowie der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“. Auch lokale Politiker:innen aus Bottrop sowie des Bündnisses zum Erhalt des Sterkrader Waldes an der A2 in Oberhausen kamen zu Wort. Aktuell klagt der BUND NRW vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen den Sofortvollzug der Castor-Transportgenehmigung.
„Wir freuen uns sehr, dass sich jetzt in Bottrop an der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke zwischen Jülich und Ahaus Protest regt. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn und jahrelange Castor-Transporte bringen keine Lösung der Atommüllprobleme. Deshalb fordern wir erneut nachdrücklich ein politisches Umdenken, das zu einer Weiterlagerung des Atommülls in Jülich führt. Dort muss vor Ort eine angemessene Lagermöglichkeit für die nächsten Jahrzehnte geschaffen werden“, erklärten gemeinsam Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Jens Dütting von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
„Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg geht davon aus, dass die CASTOR- Transporte bis zur Entscheidung des Gerichts nicht starten – jetzt wird sich zeigen, ob Politik und Behörden Recht und Sicherheit ernst nehmen. Wir demonstrieren, weil genau das nicht dem stillen Vertrauen überlassen werden darf. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Straße, solange Gerichte noch prüfen und Sicherheitsfragen offen sind. Unsere Präsenz hier in Bottrop ist der notwendige Druck, damit Verantwortung nicht weggeschoben wird“, erklärte Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW.
2025: 50 Prozent mehr verdächtige Drohnensichtungen in NRW
Für die Anti-Atomkraft-Organisationen wird immer deutlicher, wie brisant diese Atommülltransporte tatsächlich sind: Marode Autobahnen und Brücken, schwere Unfälle, sicherheitstechnisch brisante Baustellen und allein in 2025 rund 50 Prozent mehr verdächtige Drohnensichtungen in NRW sprechen eine deutliche Sprache. Sich umfassend gegen diese realen Gefahren und Risiken zu wappnen, ist ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Zudem sieht es auch am Zielort Ahaus nicht besser aus, da die Genehmigung dort auch schon 2036 ausläuft. Diese Castor-Transporte sind eine Reise ohne Ziel.
Castor-Transporte sind Reise ohne Ziel
„Mit der Demo in Bottrop haben wir sowohl die Anwohner:innen über die erheblichen Gefahren durch die Atommülltransporte informiert, aber auch auf das offensichtliche, sicherheitstechnische Nadelöhr auf der A2 aufmerksam gemacht. Die Großbaustelle zwischen Oberhausen und Bottrop führt zu Fahrbahnverengungen, sodass ein seitlicher Schutz der Castor-LKW nicht möglich ist. Weiträumige und personalintensive Absperrungen sind zu erwarten. Von daher sind wir mit der Gewerkschaft der Polizei einer Meinung, dass die Castor-Pläne auf den Autobahnen „Wahnsinn“ und eine „sinnlose Mammutaufgabe“ sind“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Aktuell haben die Anti-Atomkraft-Organisationen zudem an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sowie Innenminister Herbert Reul (CDU) geschrieben, weil sie von der NRW- Landesregierung eine neue politische Initiative zur Verhinderung der Castor- Transporte fordern. Antworten stehen noch aus.
Für den 7. März bereiten die Anti-Atomkraft-Organisationen bereits die nächste Demo in Ahaus vor. Die Auftaktkundgebung beginnt um 11.30 Uhr vor dem Rathaus in Ahaus.
Anti-Atom-Organisationen schreiben NRW- Landesregierung
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Pressemitteilung, Ahaus/Jülich/Münster/Bottrop, 21. Januar 2026
Castor-Briefe an Wüst, Neubaur und Reul
„NRW-Landesregierung soll politisches Zeitfenster nutzen“
24. Januar, 11 Uhr: Demo Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd „Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“
Mit Schreiben an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sowie Innenminister Herbert Reul (CDU) versuchen die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) neuen Schwung in die politische Castor-Debatte zu bringen. Es geht um die 152 Castor-Behälter mit rund 300 000 hochradioaktiven Brennelementekugeln, die vom Forschungszentrum Jülich in einem mehrjährigen Kraftakt über die Autobahn ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen.
Die Anti-Atom-Organisationen fordern von Wüst und Neubaur eine Einladung an die Bundesregierung zu Last-Minute-Gesprächen, um die Weiterlagerung des Jülicher Atommülls vor Ort zu ermöglichen. Zugleich laden sie die beiden Spitzenpolitiker:innen erneut ein, sich in Ahaus der Diskussion mit der Bevölkerung zu stellen. Von Innenminister Reul wollen die Organisationen wissen, ob seine schriftliche Zusage von Ende November 2025 weiterhin gilt, dass er zunächst den Ausgang des juristischen Streits um den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die Castoren vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg abwarten wird, bevor ein erster Atommüll-Transport starten kann.
Zugleich rufen die Organisationen zusammen mit dem BUND NRW und weiteren Initiativen für jetzt Samstag, 24. Januar, um 11 Uhr zu einer Demonstration am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der Castor-Autobahn A2 auf. Die Demo beginnt mit einer Kundgebung an der Kreuzung Oberhausener Straße / Hanielstr. / Im Fuhlenbrock und wird durch den Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock führen, um die Anwohner:innen zu informieren. Die Demo steht unter dem Motto „Castor-Lawine Jülich−Ahaus stoppen – hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“.
Der Autobahn-Abschnitt der A2 zwischen Oberhausen und Bottrop liegt auf halbem Weg der 170 Kilometer langen Strecke zwischen Jülich und Ahaus und ist durch eine Großbaustelle ein offensichtliches, sicherheitstechnisches Nadelöhr. Die verengten Fahrbahnen machen eine seitliche Abschirmung der Castor-LKW unmöglich und dürften deshalb im Ernstfall zu einem Polizei-Großeinsatz mit zahlreichen Absperrungen führen.
„Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Deshalb werden wir in Bottrop unseren Protest öffentlich sehr deutlich machen – wir fordern weiterhin eine politische Lösung zwischen Bundes- und Landesregierung, die eine möglichst sichere Weiterlagerung des Atommülls in Jülich ermöglicht. Aus diesem Grund haben wir der NRW-Landesregierung jetzt noch einmal geschrieben“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Jens Dütting von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.
Die Anwohner:innen entlang der Autobahnen wurden bislang weder von der Bundes- noch der Landesregierung oder der Polizei unterrichtet. Die Proteste dienen also auch der öffentlichen Information über die erheblichen Unfall- und Sicherheitsgefahren der LKW-Atommülltransporte. Die Gewerkschaft der Polizei spricht angesichts der „sinnlosen Mammutaufgabe“ seit Monaten von „Wahnsinn“. Denn auch das Zwischenlager Ahaus ist neben Gorleben das älteste in Deutschland und bietet keine Dauerlösung. 2036 läuft auch in Ahaus die Genehmigung aus. Ein sicheres Endlager wird es auf Jahrzehnte nicht geben. In dieser Situation machen Atommülltransporte von einem Zwischenlager in ein anderes keinen Sinn. Sie sorgen angesichts von maroden Autobahnen und Brücken, von Drohnen und der Gefahr schwerer Unfälle nur für neue, unkalkulierbare Risiken.
„Wer in diesen unsicheren Zeiten auf die Idee kommt, dutzende Male hochradioaktiven Atommüll in riesigen Polizei-Konvois über die ohnehin überlasteten NRW-Autobahnen zu schicken, handelt unverantwortlich. Es ist absolut unverständlich, warum von der NRW-Landesregierung so wenig zu hören ist. Wenn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst wirklich auf jeden Castor gut verzichten kann, wie er letzten Sommer gesagt hat, dann muss er jetzt endlich die Initiative ergreifen, um die hochriskante Atommüll-Lawine für NRW zu verhindern. Die BUND-Beschwerde vor dem OVG Berlin-Brandenburg bietet ein politisches Zeitfenster“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Die beiden Briefe an die NRW-Landesregierung finden Sie unter diesen beiden Links:
BUND-Beschwerde gegen Castor-Beschluss
Anti-Atom-Organisationen begrüßen juristisches Vorgehen
- 18. Januar, 14 Uhr: Kundgebung Rathaus Ahaus
- 24. Januar, 11 Uhr: Demo Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd
„Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn – BUND-Beschwerde bietet politisches Zeitfenster“
Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) begrüßen, dass der BUND NRW beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Beschwerde gegen den abweisenden Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin eingelegt hat. Es geht um den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die 152 Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Zugleich rufen die Initiativen für kommenden Sonntag, 18. Januar, um 14 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Rathaus in Ahaus auf. Am Samstag, 24. Januar, findet zudem um 11 Uhr am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd eine Demo entlang der Castor- Autobahn A2 statt. Auftakt ist an der Kreuzung Oberhausener Straße/Hanielstraße in Bottrop-Fuhlenbrock. Bottrop liegt auf halbem Weg der 170 Kilometer langen Castor- Strecke und ist durch die Autobahn-Großbaustelle zwischen Oberhausen und Bottrop ein offensichtliches sicherheitstechnisches Nadelöhr.

„Wir freuen uns sehr, dass der BUND NRW nun den Gang vor das OVG Berlin- Brandenburg antritt. Der negative Beschluss des VG Berlin ist aus unserer Sicht nicht haltbar. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Deshalb werden wir weiterhin unseren Protest öffentlich sehr deutlich machen – jetzt Sonntag in Ahaus und am kommenden Samstag dann in Bottrop. Wir fordern weiterhin eine politische Lösung zwischen Bundes- und Landesregierung, die eine Weiterlagerung des Atommülls in Jülich ermöglicht“, erklärte Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
Die Anwohner:innen entlang der Autobahnen wurden bislang weder von der Bundes- noch der Landesregierung oder der Polizei unterrichtet. Die Proteste dienen also auch der öffentlichen Information über die erheblichen Unfall- und Sicherheitsgefahren der LKW-Atommülltransporte. Die Gewerkschaft der Polizei spricht angesichts der „sinnlosen Mammutaufgabe“ seit Monaten von „Wahnsinn“. Denn auch das Zwischenlager Ahaus bietet keine Dauerlösung. Und ein sicheres Endlager wird auf Jahrzehnte nicht geben. In dieser Situation machen Atommülltransporte von einem Zwischenlager in ein anderes keinen Sinn. Sie sorgen angesichts von maroden Autobahnen und Brücken, von Drohnen und der Gefahr schwerer Unfälle nur für neue, unkalkulierbare Risiken.
„Wer in diesen unsicheren Zeiten auf die Idee kommt, Dutzende Male hochradioaktiven Atommüll in riesigen Polizei-Konvois über die ohnehin überlasteten NRW-Autobahnen zu schicken, handelt unverantwortlich. Es ist absolut unverständlich, warum von der NRW-Landesregierung so wenig zu hören ist. Wenn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst wirklich auf jeden Castor gut verzichten kann, wie er letzten Sommer gesagt hat, dann muss er jetzt endlich die Initiative ergreifen, um die hochriskante Atommüll-Lawine für NRW zu verhindern. Die BUND- Beschwerde bietet ein politisches Zeitfenster“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
BI ruft auf zum „Sonntagsspaziergang“ gegen Atommülltransporte
Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" ruft zur Teilnahme am ersten Sonntagsspaziergang im neuen Jahr auf. Er findet am kommenden Sonntag, den 18. Januar, um 14 Uhr als Mahnwache und Kundgebung vor dem Rathaus in Ahaus statt.
Die Kundgebung richtet sich gegen die drohende Atommüll-Transport-Lawine mit 152 Castor-Behältern aus Jülich. Der Eilantrag des Umweltverbandes BUND gegen diese Transporte ist kürzlich vom VG Berlin mit fragwürdigen Begründungen abgewiesen worden. Der BUND hat aber soeben Beschwerde gegen diese Entscheidung beim OVG Berlin- Brandenburg eingelegt, was die BI ausdrücklich begrüßt. Nähere Informationen dazu wird es auf der Kundgebung am Sonntag geben.
Seine Teilnahme an der Kundgebung angekündigt hat auch Vladimir Slivyak, Mitbegründer der russischen Umweltorganisation „Ecodefense“ und Träger des „Alternativen Nobelpreises“. Slivyak macht sich unter anderem seit Jahren gegen Urantransporte aus Russland nach Deutschland stark.
Kritik an Castor-Beschluss des VG Berlin
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
„Staatliche Entscheidungen müssen juristisch überprüfbar sein“
- Sachargumente wurden nicht geprüft
Neue Proteste:
- 18.1., 14 Uhr: Sonntagsspaziergang Ahaus
- 24.1., 11 Uhr: Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop
Enttäuscht und verärgert reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zum Eilantrag des BUND NRW gegen die geplanten 152 Castor-Transporte aus Jülich. „Wenn ein Umweltverband seine begründeten Sorgen nur bei stationären Atomanlagen, nicht aber beim Transport von hochradioaktivem Atommüll auf maroden Autobahnen juristisch vortragen kann, haben wir eine große Lücke in unserem Rechtsstaat. Staatliche Entscheidungen müssen juristisch überprüfbar sein. Das Gericht hat leider keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Sachargumenten geleistet. Jetzt ist umso mehr eine politische Lösung gefragt“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
Reul muss Zusage einhalten: rechtskräftige Entscheidung abwarten
Die Anti-Atom-Organisationen erinnern zudem an eine schriftliche Zusage von NRW-Innenminister Herbert Reul, keinen Castor-Transport vor einem rechtskräftigen Beschluss durchzuführen. Solange also der BUND NRW noch vor dem OVG Berlin-Brandenburg eine Berufung beantragen kann, darf es auf den winterlichen NRW-Autobahnen zu keiner hochriskanten Atommüll-Tour kommen. In einer aktuellen Stellungnahme kündigte dies auch die zuständige Münsteraner Polizeipräsidentin Dorndorf an.
Neue Proteste und Info-Veranstaltungen
Die Anti-Atom-Organisationen rufen unterdessen zu neuen Protesten auf: Am kommenden Sonntag, 18. Januar, findet um 14 Uhr in Ahaus der erste Sonntagsspaziergang des Jahres gegen die anstehende Atommüll-Autobahn-Lawine statt. Startpunkt ist am Rathaus in Ahaus. Und am Samstag, 24. Januar, findet um 11 Uhr eine Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd statt. Startpunkt ist im Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock an der Kreuzung Oberhausener Str. / Hanielstr. / Im Fuhlenbrock unmittelbar an der Autobahn A2. Der dortige Abschnitt zwischen Oberhausen und Bottrop ist durch eine Großbaustelle ein offensichtliches, großes sicherheitstechnisches Nadelöhr entlang der 170 Kilometer langen Castor-Strecke.
„Wir erhalten derzeit viele Einladungen zu Infoveranstaltungen quer durch NRW. Das Interesse an dem brisanten Atomthema wächst spürbar. Auch deshalb bereiten wir weitere Proteste vor und gehen am 24. Januar mitten im Ruhrgebiet in Bottrop direkt an einem Nadelöhr der Castor-Strecke auf die Straße. Die völlig widersinnige Gefährdung der Bevölkerung ist nicht hinzunehmen“, ergänzte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Ahauser Zwischenlager bietet keine Perspektive
Bereits zu früheren Zeitpunkten gingen die Jülicher Atommüllfirma JEN und die NRW-Atomaufsicht von mehr als zwei Jahren aus, die die Transporte von Jülich nach Ahaus dauern würden. Die SPD-NRW sprach sogar von vier bis acht Jahren. Zudem hält die Gewerkschaft der Polizei an ihrer massiven Kritik an den Transporten fest und teilte mit, dass es anscheinend noch immer kein Strahlenschutzkonzept für die begleitenden Polizist:innen gibt. Angesichts immer weiterer Autobahn-Sperrungen für Schwerlast-Transporte ist die praktische Umsetzung der zweijährigen Genehmigung damit höchst zweifelhaft – das erwähnen weder Verwaltungsgericht Berlin noch das zuständige Atom-Bundesamt BASE. Zudem läuft auch die Genehmigung für das Zwischenlager Ahaus bereits 2036 aus. Zusammen mit Gorleben ist es das älteste bundesdeutsche Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll, das zugleich nach den geringsten Sicherheitsanforderungen erbaut wurde.
„Wenn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst seine Aussage, dass er auf jeden Castor-Transport gut verzichten könne, ernst meint, dann muss er jetzt Bund und Land endlich an einen Tisch holen und eine politische Lösung herbeiführen. Option Nr. 1 ist eindeutig der Neubau eines Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll in Jülich. Sollte es jedoch zum Abtransport der 152 Atommüllbehälter kommen, wäre das Forschungszentrum nicht atommüllfrei. Denn vor etwa zehn Jahren wurde der AVR-Reaktor zur Zwischenlagerung in ein neu errichtetes Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums transportiert.“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich.
Castor-Entscheidung vor Verwaltungsgericht naht
Winter-Castoren auch bei Glatteis, Schnee und Nebel?
- 18.1., 14 Uhr: Sonntagsspaziergang Ahaus
- 24.1., 11 Uhr: Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop
“Atommülltransporte sind unkalkulierbares Sicherheitsrisiko“
Mit großer Spannung erwarten die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zum Eilantrag des BUND NRW. Zugleich haben sie große Sorge, dass Bundes- und Landesregierung womöglich noch mitten im Winter – auch bei Glatteis, Schnee und Nebel – die ersten hochriskanten Castor- Transporte von Jülich nach Ahaus fahren lassen. 2005 waren bei ähnlichen Transporten aus dem Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden Winter-Transporte von der NRW-Landesregierung kategorisch ausgeschlossen worden.
Unabhängig von der Gerichtsentscheidung in Berlin starten die Anti-Atomkraft- Organisationen mit mehreren Protestaktionen gegen die Castor-Atommülltransporte ins neue Jahr: Am Sonntag, 18. Januar, findet um 14 Uhr der erste Sonntagsspaziergang des Jahres am Rathaus in Ahaus statt. Und für Samstag, 24. Januar, rufen die Organisationen mit Unterstützung des BUND NRW zu einer Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop an der A2 auf. Der Rasthof liegt auf halber Strecke der 170 km langen Castor-Route von Jülich nach Ahaus und direkt an der Autobahn- Großbaustelle zwischen Oberhausen und Bottrop. Dies ist ein offensichtliches Sicherheits-Nadelöhr für die Atommülltransporte. Startpunkt der Demo ist um 11 Uhr an der Kreuzung Oberhausener Str. / Hanielstr. im Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock.
„Atommülltransporte sind ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko: Gefährliche Autobahn-Baustellen, marode Brücken, Drohnen über den Atommüll-Konvois, schwere Unfälle auf den Autobahnen und jetzt im Winter auch Glatteis, Schnee und Nebel – es ist völlig unverständlich, warum die Bundes- und Landesregierung dermaßen auf diesen gefährlichen Atommülltourismus von Jülich nach Ahaus setzen. Wir fordern weiterhin, dass der hochradioaktive Atommüll in Jülich so lange gelagert wird, bis es endlich ein sicheres Endlager gibt“, erklärte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
„Schon seit mehr als 15 Jahren werden diese völlig widersinnigen Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus angekündigt. Bundes- und Landesregierung haben bei der politischen Lösung dieses Problems völlig versagt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kann nach eigenem Bekunden auf die Castor-Transporte gut verzichten. Dann erwarten wir von ihm zu Jahresbeginn, dass er die Bundesregierung zu Last- Minute-Gesprächen einlädt. Das ist er den Menschen im Münsterland und entlang der 170 km langen Autobahn-Strecke schuldig“, ergänzte Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
„Mit den neuen Protestaktionen in Ahaus und Bottrop starten wir aktiv ins neue Jahr. Unser Ziel bleibt weiterhin, die planlose Atommüllverschiebung von einem Zwischenlager in ein anderes zu verhindern. Die Gewerkschaft der Polizei spricht zu Recht von „Wahnsinn“, denn es geht auch um eine unkalkulierbare Gefährdung für die Bevölkerung“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Einladung zum ersten öffentlichen BI-Stammtisch im neuen Jahr
Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" e.V. lädt herzlich ein zum ersten öffentlichen BI-Stammtisch im neuen Jahr am Montag, dem 12. Januar, ab 19 Uhr im BI-Büro an der Bahnhofstraße 27.
Dabei wird es vor allem um den aktuellen Stand der Castortransportpläne aus Jülich gehen (vielleicht gibt es bis dahin ja auch schon einen Gerichtsbeschluss aus Berlin?) sowie um geplante Aktivitäten der nächsten Zeit.
Update: Ursprünglich haben wir 20 Uhr als Startzeit angegeben. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.
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Lesenswertes
Stellungnahmen & Infos

- "Brandbrief 2.0" an den Ministerpräsidenten des Landes NRW H. Wüst und Ministerin M. Neubaur vom 28. August 2025
- Stellungnahme der BI “Kein Atommüll in Ahaus” zur geplanten Langzeit-Lagerung von hochradioaktiven Brennelementen in Ahaus
- Was geschieht mit den Kugel-Brennelementen aus dem stillgelegten AVR Jülich? Der aktuelle Sachstand (21.03.2025)
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