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Pressemitteilung

Ahaus, den 09. August 2018

Ausgerechnet zwischen den Gedenktagen für Hiroshima und Nagasaki verkünden die Betreiber des Forschungsreaktors FRM II in Garching bei München, dass ab Mitte nächsten Jahres die ersten Castor-Transporte mit ihren abgebrannten Brennelementen in das Zwischenlager Ahaus rollen sollen. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ hält das für ganz und gar unverantwortlich: Die Brennelemente aus dem FRM II sind auch nach ihrer Entnahme aus dem Reaktor noch mit ca. 87% hochangereichert und damit waffenfähig. Das Material aus einem einzigen Castor-Behälter würde ausreichen, um mindestens 1, maximal sogar 5 Atombomben vom Hiroshima-Typ herzustellen. Ahaus würde damit zu einem hochattraktiven Ziel terroristischer Diebesbanden. Bundesumweltministerin Schulze leugnet dieses Problem. Ein aktuelles Sicherheitsgutachten des Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften (ISR), erstellt im Auftrag des Nationalen Begleitgremiums und abgewickelt über das Umweltbundesamt, kommt hierzu aber zu einer eindeutigen Aussage:
„Der physische Schutz (des Zwischenlagers Ahaus) entspricht, nach aktuellem Kenntnisstand, somit dem Standard für radioaktivem Abfall und nicht für Waffenmaterial“.1

Das ISR empfiehlt daher dringend eine Abreicherung des Brennstoffs auf unter 20% vor seiner Zwischenlagerung, um das Proliferationsrisiko zu minimieren.

FRM II: Musterbeispiel für verantwortungslose Wissenschaft und Politik

Seit 1978 gibt es ein internationales Programm zur Umstellung von Forschungsreaktoren auf niedrig angereichertes Uran. Weltweit wurden viele Forschungsreaktoren auf niedrig angereichertes Uran umgestellt, so auch in Deutschland die Forschungsreaktoren FRG I Geesthacht und BER II in Berlin. Nur die TU München, die den Reaktor in Garching betreibt, weigerte sich, dies zu tun. Bemühungen der USA seit 1989, sie zur Umplanung des damals neu geplanten FRM II zu bewegen, scheiterten. Die USA waren daher nicht mehr bereit, Brennstoff für den FRM II zu liefern. Den bezog man daher woanders her: Die Bundesregierung schloss 1998 ein entsprechendes Rahmenabkommen mit der russischen Föderation …

Immerhin enthielt die Baugenehmigung für den FRM II die Auflage, bis Ende 2010 eine Umrüstung auf einen niedrigeren Anreicherungsgrad vorzunehmen (unter 50%). Die TU München kümmerte sich nicht darum. Die Frist wurde dann auf Ende 2018 verlängert – es ist heute klar, dass auch dieser Termin nicht eingehalten werden wird. Die Reaktor-Sicherheitskommission hat 2001 im Zusammenhang mit der 3. Teilerrichtungs-Genehmigung für den FRM II die Abreicherung der Brennelemente wenigstens vor ihrer Lagerung empfohlen: Auch das wurde ignoriert. Es gibt bis heute keine Pläne der FRM II-Betreiber, den Müll abzureichern und zu konditionieren. Und die Bundesumweltministerin toleriert das mit der abenteuerlichen Begründung, dass Konditionierungs-Konzepte für eine Endlagerung heute noch nicht entwickelt werden müssten, da man ja gegenwärtig erst nach einem Endlager suche und erst Standort sowie Einlagerungsbedingungen für ein Endlager feststehen müssten!2

Nicht auf dem Rücken der Ahauser Bevölkerung!

Wissenschaft ist nur dann verantwortbar, wenn sie für die Folgen ihres eigenen Tuns einsteht. Wir fordern deshalb den Verzicht auf Transporte von FRM II-Brennelementen nach Ahaus. Stattdessen müssen endlich die notwendigen Konsequenzen aus den vorliegenden Sicherheitsgutachten gezogen werden: die Betreiber des FRM II müssen in Garching für eine geeignete Zwischenlagerung und die Abreicherung des Brennstoffs sorgen. Die Bundesregierung muss dies notfalls erzwingen.

Kontakt in dieser Angelegenheit: Hartmut Liebermann, Mobil 0163/600 83 83, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


1 www.nationales-begleitgremium.de/SharedDocs/Downloads/DE/ISR-Kurzgutachten-Forschungsreaktor-München-II.html [Stand: 09. August 2018]

2 Antwort des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit vom 13.07.18 auf eine „Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel aus Münster", Antworten 6 und 7.

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Pressemitteilung

Ahaus, den 19. Juni 2018

Die gut besuchte Mitgliederversammlung der BI-Ahaus wählte in der vergangenen Woche ihren Vorstand.

Der neue Vorstand der BI-Ahaus (2018)

Von rechts nach links, der neue Vorstand der BI:
1. Vorsitzender Heiner Möllers, Kassenwart Gerd Jeschar, Mechthild Schröder, Sprecher Felix Ruwe, Burkhard Helling, Sprecher Hartmut Liebermann.
Nicht auf dem Foto, aber auch im Vorstand: Friederich Gregory.

Vorsitzender Heiner Möllers, stellvertretender Vorsitzender und Pressesprecher Felix Ruwe und Pressesprecher und Schriftführer Hartmut Liebermann erinnerten an die wichtigsten Entwicklungen und Aktivitäten des vergangenen Jahres. Hervorgehoben wurden dabei:

  • die angelaufenen Kampagnen gegen die Verbringung von hochradioaktivem Atommüll aus Garching und Jülich nach Ahaus sowie gegen die beantragte Entfristung der Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll in Ahaus,
  • die Arbeit im Rahmen des Münsterlandbündnisses, des Bündnisses gegen Castor-Exporte und der Atommüll-Konferenz,
  • die gelungene 40-Jahr-Feier der BI in der Stadthalle,
  • die Wahrnehmung von überregionalen Terminen, um die Interessen vieler Ahauser Bürger*innen zu vertreten, beim Nationalen Begleitgremium für die Entsorgung atomarer Abfälle, an der ev. Akademie Loccum zur Problematik der weiteren Zwischenlagerung von Atommüll, Gesprächstermine mit Landtagsabgeordneten oder Ministerien,
  • die regelmäßige Betreuung des BI-Büros mit wöchentlichen Öffnungszeiten,
  • der erfreuliche Wandel in der Politik der Stadt.

Die BI wird in Zukunft verstärkt Infos in der Stadt verteilen, damit die Ahauser*innen gut informiert werden.

Insgesamt ist auch bei Behörden, Ministerien, zuständigen Ämtern und Kirchen noch viel Gesprächs- und Beratungsbedarf über die besondere Situation der befristeten Zwischenlagerung von Atommüll in Ahaus.

Die intensive Arbeit für Ahaus kostet viel Zeit und verursacht ansehnliche Reisekosten.
Daher bittet die BI um Spenden und Mitarbeit.

Felix Ruwe
Sprecher der BI-Ahaus
02561 / 6577
0171 / 793 792 6
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Spenden:
IBAN: DE35 4015 4530 0059 5640 21
BIC: WELADE3WXXX
Sparkasse Westmünsterland

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Pressemitteilung

Ahaus, den 03. Mai 2018

Da die Einlagerungsgenehmigung für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll in Ahaus nur noch bis zum Sommer 2020 gültig ist, erwartet die BI-Ahaus die Verweigerung weiterer Einlagerungsgenehmigungen. Dies gilt besonders für Atommüll aus Niedersachsen, der nun nach Ahaus verschoben werden soll.

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Pressemitteilung

Ahaus, den 07. Juni 2018

„Bei Weitem nicht! So muss das Urteil fallen, wenn für die dünnwandige BZA-Halle die gleichen Maßstäbe wie für die nicht mehr genehmigte Halle in Brunsbüttel angelegt werden. Die Richter haben der Atommüll-Halle in Brunsbüttel letztinstanzlich mangelhafte Sicherheit bescheinigt, obwohl die Wandstärke 1,20m und die Deckenstärke 1,30m betragen. In Ahaus beträgt die Wandstärke im oberen Bereich an den Seitenwänden nur 0,2m und die Deckenstärke auch nur 0,2m. Mit der Mauer wird möglicherweise der Terrorschutz im terrestrischen Bereich verbessert, der Schutz vor gezielten Flugzeugabstürzen aber keineswegs verbessert. D.h. wir haben in Ahaus keinen ausreichenden Schutz,“ so Felix Ruwe, der BI-Sprecher.

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Ahaus, den 26. April 2018

Pressemitteilung

Ca. 1700 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll sollen von Gorleben über Duisburg nach Ahaus verschoben werden. Die Fässer sind in Gorleben verwahrlost und teilweise völlig verrostet. Daraufhin hat die Niedersächsische Landesregierung eine Nachkonditionierung (Neuverpackung) in Duisburg veranlasst und Gorleben gleichzeitig zugesichert, dass die Fässer danach nicht mehr nach Gorleben zurückkommen!

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Pressemitteilung

Ahaus, den 29. Mai 2018

Völlig unzufrieden ist die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ über das Schreiben der Bundesumweltministerin, mit dem sie auf den Brief der BI vom 20.03. geantwortet hat. Darin hatte die BI unter zahlreichen Gesichtspunkten verdeutlicht, warum ein eventueller Transport des Atommülls aus dem Versuchsreaktor (AVR) Jülich nach Ahaus weder sinnvoll noch verantwortbar wäre. In dem Schreiben der Ministerin wird auf keines der Argumente der BI eingegangen. Stattdessen wird deutlich, worum es bei der Entscheidung über den weiteren Verbleib der Jülicher Brennelemente den verantwortlichen Politikern ausschließlich geht: nämlich welche der „3 Optionen“ (Neubau eines Lagers in Jülich, Transport nach Ahaus oder in die USA) am schnellsten realisierbar ist.

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Ahaus, den 12.04.2018

Pressemitteilung

Im April 1986 kann es zu einer der größten Nuklearkatastrophen in Tschernobyl. 30 Jahre später hat die Ukraine dort ein Zwischenlager für die nächsten 100 Jahre errichtet, in dem auch Atommüll anderer Länder aufgenommen werden soll.

Aber nicht nur die Ukraine geht verantwortungslos mit dem Atommüll um. Auch Deutschland hat keine sichere Perspektive für die weitere Lagerung von Atommüll entwickelt. Die Politik hat ein Netzwerk von Behörden, Ämtern und Kommissionen eingerichtet, von denen aber kein Mensch verantwortlich ist. Davon sind wir in Ahaus besonders betroffen. Der Atommüll in Jülich lagert seit Jahren rechtswidrig und muss dort abtransportiert werden. Die Reaktorbetreiber in Garching halten sich an keinerlei Vorschriften und Abmachungen. Wenn sie ihren Atommüll nicht abtransportieren können, müssen sie ihren Reaktor stilllegen. Selbst der Schwach- und Mittelradioaktive Atommüll in Ahaus muss zum Sommer 2020 aus dem BZA entfernt werden. Die Betreiber haben die verbindliche Auflage, bis zum Sommer 2017 einen entsprechenden Räumungsplan bei der Genehmigungsbehörde vorzulegen, was natürlich nicht erfolgt ist.

Über Tschernobyl und die Folgen wird am Sonntag, den 15. April ab 13.30 Uhr die kfd berichten. Direkt im Anschluss wird die BI-Ahaus ab 14.00 Uhr den verantwortungslosen Umgang mit dem Atommüll in Deutschland darstellen.

Felix Ruwe
Sprecher der BI-Ahaus
Tel.: 02561 / 6577 oder 0171 / 793 792 6

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