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Dienstag, den 21. November 2017 um 12:29 Uhr

21. November 2017

Pressemitteilung der Landeskonferenz der nordrhein-westfälischen Antiatom-Initiativen

Landeskonferenz der nordrhein-westfälischen Antiatom-Initiativen tagte in Duisburg

 

Am 18. November trafen sich VertreterInnen der nordrhein-westfälischen Antiatom-Initiativen, der bundesweit tätigen Organisation .ausgestrahlt und des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen Umweltschutz zu ihrer Herbstkonferenz in Duisburg. Die AtomkraftgegnerInnen bewerteten atompolitische Fragen unter den Vorzeichen einer neuen Landesregierung in NRW und der anstehenden Koalitionsverhandlung in Berlin. Sie bekräftigten ihre Forderung nach einem vollständigen und sofortigen Atomausstieg und wiesen auf die ungelöste Frage der Entsorgung des Atommülls hin. Zudem legten die Initiativen ihre Aktionsschwerpunkte für das kommende Jahr fest.

Die AtomkraftgegnerInnen betonten, dass trotz Stilllegungsbeschluss für die deutschen Atomkraftwerke bis zum Jahr 2022 keine Rede von einem Atomausstieg sein kann. Mit dem Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementeproduktion in Lingen und von Atomforschungszentren wie beispielsweise in Karlsruhe ist der Atomausstieg nur halbherzig erreicht. Insbesondere die Belieferung der belgischen Pannenreaktoren Tihange und Doel, sowie überalterter Atomreaktoren in Frankreich mit Brennelementen aus deutscher Produktion, stellt dabei eine direkte Gefährdung der Bundesrepublik dar. Diese widerspricht ebenso wie die damit verbundenen Transporte dem Anspruch und dem Ziel eines Atomausstiegs. Zudem werden die besonderen Atom-Probleme in NRW im Koalitionsvertrag ausgeblendet. Man hat nur Belgien im Blick, damit dort die gefährlichen Atomkraftwerke abgeschaltet werden.

Die Konferenz beschäftigte sich darüber hinaus mit der nach wie vor ungelösten Frage der Entsorgung aller Arten von Atommüll. Ausdrücklich bezog man hier auch die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle ein, von denen beim Abriss der Atommeiler riesige Mengen anfallen werden. Für diese gibt es ebenso wenig eine Entsorgungsmöglichkeit, wie für die hochradioaktiven Abfälle. Gerade hier stoßen die Planungen, den hoch angereicherten und damit waffenfähigen Atommüll aus dem Forschungsreaktor in Garching nach Ahaus transportieren, auf besondere Kritik. Die Konferenzteilnehmer fordern, diesen vor Ort abzureichern und nicht nach Ahaus zu transportieren.

Felix Ruwe von der Bürgerinitiative "Kein Atommüll nach Ahaus" zur Frage der Zwischenlagerung: "Sämtliche Konzepte zur Entsorgung und Zwischenlagerung sind gescheitert, nicht zuletzt, weil sie nicht mit der Zeit gehen und neue Risiken wie beispielsweise Terrorgefahren unberücksichtigt lassen. Wir haben bereits heute massive Probleme vor allem mit sicherheitstechnisch unzureichenden Lagerhallen. Auch das ständig steigende Risiko überalterter Castoren zeigt die Konzeptlosigkeit der Verantwortlichen. Die müssen die weitere Aufbewahrung des Atommülls regeln, dabei die Sicherheit kontinuierlich nach neuesten Stand von Wissenschaft und Technik verbessern."

Die VertreterInnen der Antiatom-Initiativen fordern deshalb von den VerursacherInnen und politisch Verantwortlichen in Berlin und Düsseldorf, verantwortungsvolle Lagerkonzepte. Zudem müssen sämtliche Anlagen, in denen Atommüll entsteht, sofort geschlossen werden.

Entsprechend dieser Forderungen legten die Antiatom-Initiativen ihre Aktionsplanung für das kommende Jahr fest. Für Jülich, wo derzeit 152 Castoren nach Auslaufen der Genehmigung im Jahr 2013 nur mit Duldung gelagert werden, fordern sie den Bau eines neuen Lagers. Auch die Urananreicherung in Gronau wird Schwerpunkt sein. Hier wird am Karfreitag der Auftakt der Ostermärsche Rhein /Ruhr stattfinden, um die Verbindung von sogenannter "ziviler" und militärischer Nutzung der Atomkraft aufzuzeigen.

In Lingen wird es am 16.Juni eine überregionale Demonstration gegen das AKW Lingen II, das 30 Jahre alt wird, und die Brennelementefabrik von Areva geben. Zudem werden zahlreiche Transporte, die im Zusammenhang mit der Urananreicherung stehen, bundesweit von Protesten begleitet werden.

Pressekontakt: Michael Zerkübel - Antiatombündnis Niederrhein Tel: 01573 / 7648231
Felix Ruwe - BI "Kein Atommüll nach Ahaus" Tel: 02561 / 6577 oder 0171 / 793 792 6

 
Donnerstag, den 16. November 2017 um 18:09 Uhr

Ahaus, den 16. November 2017

Pressemitteilung

Auch wir wollen euren Atommüll nicht!

 

Die BI-Ahaus lädt für den kommenden Sonntag, den 19. 11. 2017 um 14.00 Uhr in Ahaus am Mahner zur Kundgebung ein. Das Motto lautet: "Auch wir wollen euren Atommüll nicht!"

Immer noch drängen die Bayrische Staatsregierung und die Betreiber des Reaktors in Garching bei München darauf, dass die hoch gefährlichen Brennelemente nach Ahaus transportiert werden sollen, obwohl die Zwischenlagerzeiten im BZA für keine 20 Jahre mehr reichen. Gefordert ist vor allem auch die NRW-Landesregierung, die im Gegensatz zu ihren bayrischen Amtskollegen (Seehofer & Co.) keine Initiative zur Lösung der Probleme in Ahaus und Gronau zeigen. Die fristgerechte Räumung des Lagers in Ahaus scheint den Verantwortlichen völlig egal zu sein.

Diese Thematik und die mittelfristige Sicherheit sowie Termine und Aktionen werden am Sonntag angesprochen. Dazu sind alle Ahauser eingeladen.

Felix Ruwe

Sprecher der BI-Ahaus
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02561 6577
0171 793 792 6

 
Donnerstag, den 09. November 2017 um 12:52 Uhr

Ahaus, den 9. November 2017

Pressemitteilung

Bedrohliche Änderungen im BZA ohne Öffentlichkeit

 

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit hat in einer "Vorprüfung" festgestellt, dass die Einlagerung von hoch angereichertem Atommüll aus den FRM II in Garching ohne erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen für Ahaus sei. Somit sei auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.

Die BI-Ahaus widerspricht dieser Einschätzung vehement.

  • Die Betreiber des FRM II hatten zur Auflage, dass die dort verwendeten hoch angereicherten Brennelemente (BE) ab 2010 durch niedrig angereicherte BE ersetzt werden. Laut Auskunft der FRM II-Betreiber besteht aber vor 2018 kein Interesse zur Umstellung auf andere BE.
  • Die Betreiber sollten ab der Inbetriebnahme des FRM II einen Prozess zur Abreicherung (Entschärfung) des hoch angereicherten Atommülls entwickeln. Das ist bis heute auch nicht geschehen!
  • Die BE bestehen aus weit über 90% angereichertem Uran. Nach ca. 60 Tagen werden sie gewechselt. Dann handelt es sich mit 87,5% hoch angereichertem Uran immer noch um reines Atombombenmaterial. (Zum Vergleich: BE aus Kernkraftwerken zur Stromerzeugung sind unter 5% angereichert!)
  • Wegen der besonderen Gefahr werden für die Lagerung der FRM II-Brennelemente neue CASTOR-Behälter vom Typ MTR-3 entwickelt. In den ersten Genehmigungen wurde immer der CASTOR MTR-2 genannt, von dem bereits 18 Behälter aus dem Forschungsreaktor Dresden-Rossendorf in Ahaus lagern.
  • Das 40-Jahre-Konzept der „Zwischenlagerung“ ist gescheitert. Kein Mensch kann sagen, ob der Atommüll spätestens im Jahr 2036 das BZA verlässt.
  • Die Sicherheit des BZA ist im Vergleich zu den Standort-Zwischenlagern so gering, dass eine weitere Genehmigung rechtlich unmöglich ist. Für Ahaus bedeutet das, u.U. muss ein neues Lager für weitere 50-100 Jahre errichtet werden.

"Das alles sollen keine nachteiligen Auswirkungen für Ahaus sein? Die BI-Ahaus ruft alle Menschen in Ahaus und Umgebung auf, sich mit allen Möglichkeiten gegen solch lässige "Vorprüfungen" zu wehren. Auch nach 40 Jahren BI-Arbeit ist unser Widerstand wichtiger denn je", so der Sprecher der BI.

Felix Ruwe

Sprecher der BI-Ahaus
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02561 6577
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